Molenfeuer richtig deuten und den richtigen Moment zum Einlaufen erkennen.
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Hafenansteuerung und Molenfeuer
IALA A
Eine Mole ist ein Wellenbrecher aus Steinen oder Beton, der den Hafen gegen Seegang schützt. Auf den Molenköpfen stehen Molenfeuer. Im IALA-System A gilt wie bei den Tonnen: einlaufend steht das rote Feuer an Backbord (links), das grüne an Steuerbord (rechts). Den Ansteuerungskurs und die Kennungen entnimmt man vorher der Seekarte und dem Hafenhandbuch.
Hafeneinfahrt an der Ostsee: rote Leuchttonnen begrenzen das Fahrwasser, rechts der Molenfeuerturm auf dem Molenkopf. In der Einfahrt immer auch auf auslaufende Schiffe achten.Grüner Molenfeuerturm am Molenkopf. Die Farbe des Turms zeigt bei Tag, an welcher Seite er liegt; nachts zeigt es das Feuer.
Hafen in Draufsicht (Schemazeichnung nach einem Ostseehafen, keine Seekarte). Einlaufend steht Rot an Backbord, Grün an Steuerbord. Wer aber von der Seite kommt (Position 1), sieht die Feuer zunächst verkehrt herum: Grün links, Rot rechts. Erst wenn der weiter draußen liegende grüne Molenkopf querab ist, wird der Kurs langsam geändert und eine Kurve in Richtung Hafeneinfahrt gefahren (Position 2: Feuer in Linie). Ab Position 3 stehen die Feuer richtig herum, Rot an Backbord, Grün an Steuerbord. Von hier aus führt der Kurs mittig durch die Einfahrt, mit gutem Abstand zu beiden Molenköpfen.Blick auf die Molenfeuer von den Positionen 1, 2 und 3 aus der Karte oben (Schemazeichnung). Wer schon bei Position 1 auf die Lichter zuhält, läuft auf die Außenseite der grünen Mole.
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Video: Nachtfahrt zwischen den Molenfeuern
Im Film läuft ein Boot nachts seitlich auf diesen Hafen zu und fährt bis hinein. Links siehst du den Blick vom Boot zur Einfahrt, rechts dieselbe Situation in der Draufsicht. Achte darauf, wie Grün zuerst links und Rot rechts erscheint, wie die Feuer beim Molenkopf querab fast in Deckung stehen und wie sie sich danach richtig herum trennen: Rot links, Grün rechts. Erst dann geht es mittig zwischen den Molen in den Hafen.
Illustrierte Nachtfahrt, 64 Sekunden, ohne Ton. Lehrmodell für diesen Hafen (keine Seekarte), Abstände und Zeiten schematisch. Die Feuer leuchten im Film dauerhaft, ihre Kennungen werden hier nicht geübt.
Vorbereitung: Ansteuerungskurs (z. B. „Kurs ca. 300°“), Kennungen der Feuer, Untiefen und Verkehrssignale der Einfahrt aus Seekarte und Hafenhandbuch heraussuchen. Außerdem rechtzeitig vor der Einfahrt:
Hafenmeister kontaktieren: per UKW-Funk oder Telefon einen Liegeplatz absprechen und dabei die Maße des Bootes durchgeben (Länge, Breite, Tiefgang). Den Hafenkanal abhören, falls der Hafen einen hat.
Segel bergen: Segel rechtzeitig vor der Einfahrt bergen und sicher festlaschen, Motor starten und prüfen.
Lichter prüfen: Fährt ein Segelboot unter Motor, ist es ein Maschinenfahrzeug und führt zusätzlich das Topplicht.
Fender und Leinen: Fender auf der passenden Seite bereithalten, Festmacherleinen schon an den Klampen belegen und klar zum Anlegen auslegen. Bootshaken griffbereit legen.
Taschenlampen bereithalten: für Liegeplatz, Pfähle und Leinen. Die Instrumentenbeleuchtung abdunkeln und an Deck sparsam mit Licht umgehen, damit die Nachtsicht erhalten bleibt.
Sicherheitsausrüstung: Rettungswesten tragen und, wo vorgesehen, Lifebelts einpicken. Nachts sollte das ohnehin schon längst geschehen sein.
Crew einteilen: Aufgaben für das Anlegen verteilen und einen Ausguck bestimmen. Wer an Deck nichts zu tun hat, geht unter Deck.
Radar einschalten, falls an Bord, und für den Nahbereich einstellen. Fahrt rechtzeitig verringern.
Erst identifizieren, dann steuern: Nachts verwirrt die Hafenbeleuchtung. Jedes Feuer an Farbe, Kennung und Wiederkehr sicher erkennen, bevor man darauf zuhält.
Zeitpunkt für den Kurswechsel: Läuft man den Hafen seitlich an, sieht man die Molenfeuer zunächst verkehrt herum (Grün links, Rot rechts). Das ist das Signal: noch nicht abbiegen, sondern weiter parallel zur Küste fahren, bis der äußere Molenkopf querab ist und die Feuer in Linie stehen. Erst wenn sie richtig herum stehen (Rot links, Grün rechts) und man frei zwischen beiden Molenköpfen hindurchsehen kann, in die Einfahrt drehen. Nie schräg auf einen Molenkopf zuhalten.
Mittig einlaufen: Molenköpfe nicht zu dicht passieren (Steinschüttung, Sog, verdeckter Gegenverkehr hinter der Mole). Im Fahrwasser rechts halten und auslaufende Schiffe beachten.
Versatz: Strom und Wind quer zur Einfahrt versetzen das Boot. Vorhalten und die Molenfeuer als Deckpeilung nutzen.