Kenterung im Sturm auf dem Lake Tahoe (2025)

Ausgangslage: An einem Sommertag im Juni fuhr ein privat genutztes, knapp 8,5 Meter langes Sportboot mit zehn Personen über den Lake Tahoe. Das Wetter war klar, ohne Warnungen des Wetterdienstes. Am Nachmittag zogen Wolken auf, dann kamen Regen, Hagel, Wind und Wellen.
Unfall: Der Skipper wollte zurück zum Steg, drehte wegen des zunehmenden Sturms wieder um und versuchte es ein zweites Mal. Dann fiel der Motor aus, das Boot lag quer zu den Wellen. Wasser drang ein, die Crew begann zu schöpfen. Eine Person legte eine Rettungsweste an und verteilte weitere. Die anderen legten sie nicht sofort an. Kurz darauf kenterte das Boot. Es wurde kein Notruf vom Boot abgesetzt, Wanderer am Ufer riefen die Rettungskräfte. Von den zehn Personen starben acht, darunter der Skipper. Keiner der sechs vor Ort geborgenen Toten trug eine Weste. Das Wasser hatte etwa 12 °C.
Lehren
- Weste anlegen, bevor die Lage kritisch wird. Bei zunehmendem Wind und Seegang gehört sie auf den Körper, nicht in den Stauraum. Wenn das Boot schon Wasser macht, ist es zu spät.
- Westen für alle Personen an Bord, auch Kinder und Kleinkinder. Alle müssen wissen, wo sie liegen, und die Verpackung vorher entfernen.
- Früh reagieren: Beim Aufziehen von Schauern oder Gewittern rechtzeitig einen geschützten Platz ansteuern statt zwischen Ufer und Ankerplatz zu pendeln.
- Boot ausrichten: Quer zu den Wellen zu liegen, ist gefährlich. Vor Motorausfall Ersatzplan (Anker, Treibanker) bereithalten.
- Notruf früh absetzen, sobald Wasser eindringt oder der Motor ausfällt. Funk oder Telefon, nicht erst nach dem Kentern.
- Ein Sturm kann auch auf Binnenseen in wenigen Minuten aufziehen. Wetterlage und Warnungen vorher prüfen und Radar beobachten.
